Lotto ausschließlich für Erwachsene – sind die Regeln zu streng?

Lotto ist das Glücksspiel schlechthin und in den meisten Staaten fest verankert. So alt und traditionell wie das Spiel sind auch die Diskussionen um dessen Rolle in der Gesellschaft und um die Verantwortung der Regierungen. Ist Lotto bloß dazu dar, Geld in die Staatskassen zu spülen und sollte der Schutz der eigenen Bürger vor den potenziellen Gefahren des Spiels nicht höher eingeschätzt werden?

Lotto ausschließlich für Erwachsene - sind die Regeln zu streng?

Österreich wird im Jahr 2023 aktiv und hebt erstmals die Altersgrenze von 16 auf 18 Jahre. Längst überfällig, wie manche meinen, schließlich liegt die Altersgrenze in den meisten Ländern bei 18 Jahren, doch ist diese marginale Anhebung der Altersgrenze überhaupt Schutz genug?

Glücksspiel und die Gesellschaft – das Standing von Lotto

Lotto ist wie kaum ein anderes Glücksspiel in der Gesellschaft akzeptiert. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Zum einen spielt die große Tradition natürlich eine wesentliche Rolle, zum anderen werden die Gefahren beim Lottospiel einfach deutlich geringer als bei anderen Glücksspielen eingeschätzt.

Der beste Beweis dafür ist der Spieler, der sich eigentlich nie mit dem Glücksspiel beschäftigt, dann aber doch schwach wird, wenn der ausgeschriebene Jackpot neue Rekordhöhen erreicht. Sein Glück kann man ja mal versuchen und die Kosten für den Schein sind nicht besonders hoch – so denkt der Gelegenheitsspieler und vergisst dabei die langfristigen Folgen, die oftmals auf Spieler warten.

Lotto hat sich als Freizeitaktivität etabliert, was besonders an den Tippgemeinschaften deutlich wird. Hierbei teilen sich mehrere Spieler einen Schein und damit auch die Kosten für das Spiel, mit dem Versprechen, die möglichen Gewinne anteilsmäßig zu teilen. Es gibt also eine gesellschaftliche Komponente und zugleich Sicherheiten, schließlich kontrolliert sich die Gruppe selbst und sorgt damit in den meisten Fällen dafür, dass niemand aus der Reihe tanzt und damit seinen gesunden Bezug zum Lottospiel verliert.

Die Risiken des Lottospiels

Lotto ist nicht ungefährlich, das versteht sich von selbst. Die Gewinnmöglichkeiten sind riesig, doch die Wahrscheinlichkeit, dass es überhaupt zu einem Gewinn kommt, sind unwahrscheinlich klein. Die Menge an Geld, die realistisch in das Lottospiel investiert werden müsste, bevor es zu einem Gewinn kommt, steht in keinem Verhältnis mehr zu dem Versprechen, mit dem das Lottospiel lockt.

Obsessive Lottospieler schrecken bedauerlicherweise auch nicht davor zurück, etliche Scheine pro Ziehung abzugeben. Das geht schnell ins Geld und hat den ein oder anderen bedauerlicherweise schon in den Ruin getrieben.

Lotto als Einstieg in riskanteres Glücksspiel

Lotto als Einstieg in riskanteres Glücksspiel

Dort, wo Suchtgefahr herrscht, wird oft von sogenannten „Gateways“ gesprochen. Das gängigste Beispiel hierfür sind die vermeintlichen Einstiegsdrogen, die möglicherweise dem Konsum von harten Drogen den Weg ebnen.

Beim Glücksspiel ist es ähnlich, auch dort wird diskutiert, ob Lotto bei manchen Spielertypen als Einstieg zu riskanteren und kostspieligeren Varianten des Glücksspiels sein könnte. Studien gibt es dazu wenig, dennoch ist die Sogwirkung des Lottospiels, besonders auf unstete Spieler, kaum zu leugnen.

Österreichs Änderung der Altersgrenze für Lotto

Österreich hebt Altersgrenze für Lotto auf 18 – diese Schlagzeilen machten schnell die Runde und wurden auf unterschiedliche Art und Weise diskutiert. Während wenige überzeugt waren, dass sich der Staat hier zu viel erlaubt und die Rechte seiner Bürger beschränkt, sind sich die meisten sicher, dass dieser Schritt längst überfällig war und dass nichts über den Schutz der Jugend geht. Außerdem muss bei dieser Gesetzänderung angemerkt werden, dass es bislang relativ wenige, regelmäßige Lottospieler im Alter zwischen 16 und 18 Jahren gab.

Einst wurde in Österreich die Altersgrenze beim Lottospielen auf 16 Jahre festgelegt, weil sich der Staat dadurch höhere Einnahmen versprach. Mit der jetzigen Gesetzänderung wurde dieser Fehler korrigiert und der Fokus liegt dort, wo er liegen sollte – nämlich beim Jugendschutz.

Alternativen zum Alterslimit – gibt es andere Schutzmaßnahmen?

Alternativen zum Alterslimit – gibt es andere Schutzmaßnahmen?

Bezüglich der Gefahren des Lottospiels ist es vonnöten, das Spielfeld zuerst abzustecken, bevor Möglichkeiten diskutiert werden. Denkbar wäre, die Werbung für Lotto komplett zu untersagen. Zudem besteht die Möglichkeit, den Verkauf der Lottoscheine auf ein Exemplar pro Spieler zu beschränken. Für den Staat und noch mehr für private Lottogesellschaften gibt es natürlich hierbei immer die zweite Seite der Medaille – je höher der Schutz ist, desto geringer ist die Spielbeteiligung und desto niedriger fallen die Einnahmen aus, die in der Regel eine enorme Summe ausmachen.

Lotto ist auf der Gewinnerstraße

In Zeiten, in denen die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird und in denen beinahe jeder seine Träume von einst zumindest verkleinern muss, boomt das Lottospiel. Wer möchte schließlich nicht seinen Alltag hinter sich lassen, reisen, genießen oder einfach ohne Geldsorgen leben? Lotto verspricht genau das und wer nicht spielt, der hat schließlich schon verloren. Immer mehr Menschen sind bereit, ein paar Euro zu investieren, um den eigenen, großen Traum am Leben zu erhalten.

Ergeben sich Gefahren daraus? – Ja, auf jeden Fall, doch diese gab es beim Lottospielen schon immer. Die Regeln müssen immer wieder dem Schutzbedürfnis der Spieler und besonders der Jugend angepasst werden. Dabei ist allerdings eines sicher – der beste Schutz vor den Gefahren des Glücksspiels ist ein Leben, in dem niemand auf große Gewinne angewiesen ist, um sich seine Wünsche im Leben erfüllen zu können.

Bewertung:
Besucher:
2.267 mal gelesen
Gefällt mir:
Autor:
Fussball-Meister
Erstellt:
15. Jun 2023

Kommentare zum Artikel "Lotto ausschließlich für Erwachsene – sind die Regeln zu streng?"

Zeige die Fussball News Deinen Freunden!

Verwendete Stichwörter zu dieser News!

Andere Besucher, die diese News gelesen haben, interessierten sich für: